Gili Meno oder Reif fuer die Insel
Nachdem wir in NZ doch eher gefroren haben und Baden im Meer eine echte Herausforderung war, ist es nun mal wieder Zeit, Sonne, Strand und Meer zu geniessen. Wir entschliessen uns deshalb von Bali nach Lombok ueberzusetzen und dort etwas auf einer der drei bekannten Gilis (Inseln) zu verweilen. Waehrend der etwa 5 bis 6 stuendigen Ueberfahrt mit der Faehre haben wir genuegend Zeit, um uns ueber das Reiseziel klar zu werden und entscheiden uns fuer die mittlere Insel sprich Gili Meno. Am Hafen steigen wir in einen Minibus und fahren ca. 1 Stunde Richtung Norden nach Senggigi. Dort verbringen wir die Nacht, bevor es am naechsten Morgen frueh weiter zum Hafen geht. Wir suchen den kompletten Ort natuerlich nach einer Bar, Kneipe, Restaurant oder was auch immer, mit Fernseher ab, um die Partie Offenbach gegen Frankfurt zu sehen. Leider finden wir keine Lokalitaet, die das Spiel der Spiele uebertraegt. So stehen wir am naechsten Morgen wenigstens halbwegs ausgeschlafen am Strassenrand und warten auf unseren Bus. Der kommt natuerlich nicht wie verabredet, sondern erst einige Zeit spaeter. That's Asia ! Kein Problem fuer uns, aber wir haetten noch etwas laenger an der Matratze horchen koennen ...
Jedenfalls fahren wir schliesslich zum Hafen genannt Bangsal Harbour und werden bereits von unserem Fahrer vorgewarnt bezueglich der Machenschaften vor Ort. Auch in unserem Reisefuehrer haben wir einiges darueber gelesen, aber was wir dort erlebt haben war wirklich einfach unglaublich. Wir besitzen bloss ein Ticket fuer die Fahrt nach Gili Meno, aber noch keine Rueckfahrkarte, da wir uns noch nicht sicher sind, wann und wohin wir anschliessend fahren wollen. Wir wollen uns das gerne offen halten und sehen darin auch ueberhaupt kein Problem. Noch nicht ganz aus dem Auto ausgestiegen, da haengen schon die ersten Ticketverkaeufer an uns dran. Ob wir bereits ein Returnticket haben und dass wir dringend eines brauchen, da es nicht moeglich ist, eines auf der Insel zu erstehen. Es seien dort keine Offices vorhanden und es werden nur Passagiere mit Returnticket aufs Boot gelassen. Andernfalls muss man ein eigenes Boot chartern, was natuerlich unbezahlbar teuer wird, usw, usw. Wir werden bestimmt ein halbe Stunde lang bearbeitet und bekommen die tollsten Maerchen auf die Nase gebunden. Wir fangen langsam an uns darueber zu amuesieren und machen Spaesse, da wir inzwischen fest entschlossen sind, definitiv kein Returnticket zu kaufen. Das wollen wir doch erstmal sehen ! Ausserdem heisst es im Reisfuehrer, dass die dort verkauften Returntickets bei der Rueckfahrt auf einmal gar nicht mehr gueltig seien und solche Scherze. Also sagen wir, dass wir als blinde Passagiere auf einem Fischerboot mitfahren. Antwort: auf der Insel gibt es keine Fischerboote. Dann muessen wir uns ein eigenes Floss aus Palmen bauen. Antwort: auf der Insel gibt es auch keine Palmen (was natuerlich sehr wahrscheinlich ist) Okay, dann schwimmen wir eben zurueck. Antwort: Grinsen, ist nicht moeglich mit Gepaeck. Dann bleiben wir einfach dort !!! (Grinsen unsererseits :)) Wir bekommen inzwischen die tolltsten Angebote gemacht ... "My friend, cheap price for you." ... und es ist wirklich unglaublich wie die Preise sinken, als es auf die Abfahrt des Bootes zugeht. Zum Leidwesen der Ticketverkaeufer steigen wir ohne Returnticket aufs Boot und haben damit vermutlich den Hass des einen oder anderen auf uns gezogen. That's business !
Nach diesem anstrengenden Morgen sind wir wirklich reif fuer die Insel und wenigstens in der Hinsicht haben die Burschen nicht gelogen. Es heisst, dass Gili Meno, auch Honeymoon Island genannt, eine schoene und ruhige Insel zum Relaxen sei, was wir in der naechsten Woche auch ausgiebig tun. Natuerlich unter Palmen und mit Blick aufs Meer, auf dem bunte Fischerboote treiben :) Wenn das mal kein Zufall ist !!!
Auf Gili Meno ist wirklich nicht viel los und die schaetzungsweise knapp 20 anwesenden Urlauber koennen alle in ihrem "eigenen" Restaurant sitzen. Wir verbringen unsere Zeit mit baden im Meer, lesen, Inselerkundung zu Fuss, lecker essen und Milkshakes schluerfen, ... wir leihen uns auch mal Masken und Flossen, aber das Schnorcheln macht uns hier leider keinen besonderen Spass. Entweder sind wir am falschen Spot oder verwoehnt durch Fiji. Jedenfalls sind die Korallen fast alle tot und es gleicht eher einem Friedhof, was uns wenig Freude bereitet. El Nino muss hier einiges verwuestet haben und was ihm nicht zum Opfergefallen ist, haben die Fischer mit Dynamit zerstoert. Schade, schade. Dafuer machen wir eine aufregende Entdeckung am Strand. Wir sitzen nichts ahnend halb im Wasser, halb auf dem Sand als ploetzlich eine schwarz-weiss geringelte Wasserschlange vorbeischwimmt. Wir springen natuerlich auf und die Schlange schlaengelt gemuetlich vorbei und verschwindet schliesslich zwischen den Algen. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.
Das Wetter dagegen war relativ berechenbar. Meistens hat es am Nachmittag einen Regenschauer gegeben und ein angenehm kuehler Wind wehte ueber die Insel. Am Abend haben wir oft auf unserer Terasse gesessen und dem Gewitter zugesehen, bevor wir uns in die Huette zum Schlafen zurueckgezogen haben. Die Blitze erhellen die Nacht und der Donner grollt laut. Teilweise weht der Wind so heftig, dass zweimal Baeume in unserem Resort abknicken bzw. umfallen. Ein bischen beaengstigend, aber trotzdem ein tolles Naturschauspiel.
Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir muessen uns langsam auf den Rueckweg nach Bali machen. Natuerlich ist es ueberhaupt kein Problem, eine Rueckfahrkarte fuer das Boot zu kaufen und so landen wir doch tatsaechlich wieder in Bangsal Harbour. Nun geht erneut das Gefeilsche los. Diesmal um die Bustickets fuer die Fahrt zur Faehre. Wir haben inzwischen schon einiges dazu gelernt und verhandeln hart, aber trotzdem bezahlen wir sicherlich den Preis fuer "Langnasen" und damit viel zu viel. Der Bus faehrt durch scheinbar ewiges gruen, einer Mischung aus Baeumen und Feldern und quaelt sich die eine oder andere Steigung hinauf, um anschliessend auf der anderen Seite wieder hinunter zu rollen. Am Strassenrand tollen hier und da die Affen auf der Leiplanke waehrend Ochsen die Felder pfluegen. Schliesslich erreichen wir Lembar und wundern uns beim Vorbeifahren noch ueber die kilometerlange Schlange aus dem Hafen bestehend aus LKWs. Beim Aussteigen aus dem Bus machen die ersten Geruechte die Runde, dass die Faehre nach Bali nicht faehrt und Unruhe wird breit. Das ist der Beginn einer langen Reise und die Fortsetzung der Odyssee folgt ...
Liebe Gruesse
Susi und Juergen
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Chiliernte Bangsal Harbor Lombok |
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KutaBeach Lombok |
KutaBeach Lombok |
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Lecker Milkshake Gili Meno Lombok |
Sengigi Cafe Gili Meno Lombok |
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Strand von Glili Meno mit Gili Air und Lombok im Hintergrund |
Ueberfahrt nach Gili Meno Lombok |
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Markt Lombok |
Ochsen zum Pfluegen der Reisfelder Lombok |
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Und er spielt noch, Kuta Lombok |
Unsere erste Kokosnuss Ubud Bali |
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Unsere Huette Amber House auf Gili Meno Lombok |
Wolkenbruch in Sanur Bali |
Ueberfahrt von Lombok nach Bali - Die Odyssee
Mit Ankunft im vollkommen ueberlaufenen Hafen von Lembar wird uns sofort klar, dass hier der
Ausnahmezustand herrscht. Busse, Autos und LKWs stapeln sich foermlich, Menschen schwirren umher
und es wird wild diskutiert. Offensichtlich scheint es hier ein groesseres Problem zu geben und
wir versuchen uns erst einmal einen Ueberblick ueber die Situation zu verschaffen, was aber nicht
so ganz einfach ist, da keiner irgend etwas weiss, bzw. jeder irgendwelche Vermutungen anstellt.
Es ist jedenfalls offensichtlich, dass im Moment die Faehren nicht fahren und man auch nicht weiss,
wann der Faehrbetrieb wieder aufgenommen wird, da der Wellengang zur Zeit zu hoch ist. Wir stecken
also mal wieder auf einer Insel fest, weil uns mal wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung
macht :) Dieses Ereignis hatten wir jetzt schon einige Male auf unseren Reisen, weshalb wir auch nicht
sofort ins Schwitzen geraten. Geduld ist halt eine der wichtigsten Sachen im Handgepaeck fuer Asien
und zum Glueck haben wir ausreichend davon auf Lager. Ausserdem haben wir aus Erfahrung einige Tage
als Puffer eingebaut und haben daher knapp eine Woche Zeit, um nach Bali zurueckzukommen. Vielen Reisenden
ergeht es da anders und sie werden hektisch und nervoes, da ihr Flug noch am selben oder spaetestens am
naechsten Tag geht.
Es herrscht also gespannte Atmosphaere im Hafen und da wir hier im Moment nichs weiter
ausrichten koennen, schnappen wir unsere Sachen und organisieren uns erstmal eine Unterkunft fuer die Nacht.
Der atemberaubende Ort Lembar (asiatische Variante der Weltstadt Riwaka :)) besteht immerhin aus dem Hafen,
einer langen Strasse mit einigen kleinen Geschaeften und am Ende steht ein Hotel. Dort nisten wir uns
natuerlich ein und bekommen eines der letzten Zimmer. Hier machen wir Bekanntschaft mit einem Paar aus der
Schweiz und einem aus Frankreich. Eine der positiven Dinge, denn in Lembar gibt es offensichtlich nicht viel
zu sehen oder zu tun und da wir den ganzen Tag Zeit haben, unterhalten wir uns viel uns ausgiebig. Es ist
immer wieder interessant, andere Traveller zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Am Nachmittag ziehen
wir nochmal los, um uns auf den neuesten Stand zu bringen. Wir erfahren, dass die letzten 3 - 4 Tage keine
Faehre gefahren ist, weshalb sich die lange LKW Schlange gebildet hat. Die Wellen seien zu der Zeit 7 Meter
hoch gewesen und die Faehren koennen nur bei einem Wellengang bis 4 Meter in See stechen. Es wird aber davon
ausgegangen, dass am naechsten Tag der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Es heisst also weiter abwarten
und geduldig sein. Wir sitzen noch bis spaet abends zusammen, bis uns fast die Augen zufallen.
Am naechsten Morgen begibt sich das franzoesische Paar alleine zum Hafen, um fuer die komplette Gruppe Tickets
zu besorgen. Beide arbeiten in Indonesien und sprechen daher die Landessprache. Nach einer Weile kommen sie
zurueckgerannt und berichten uns vollkommen ausser Atem, dass die Faehre jetzt gleich losfaehrt und sie fuer
uns alle Tickets ergattern konnten. Spaeter erfahren wir, dass sie wirklich fast dafuer kaempfen mussten, weil
sich wohl jeder versucht hat an den Schalter zu draengeln, da war zumindestens Ellenbogeneinsatz gefragt.
Jedenfalls packen wir in Windeseile unsere Sachen zusammen und rennen vollbepackt zum Hafen. Dort herrscht
natuerlich reger Andrang und trotz Ticket wird kurz vor uns das Tor geschlossen und die Faehre legt ohne uns
ab. Erneut muessen wir geduldig sein und einige Zeit warten, denn es wird angeblich eine zweite Faehre auf die
Reise geschickt. Irgendwann oeffnet sich das Tor wieder und diesmal sind wir mit an Bord. Wir sind gluecklich
als die Faehre ablegt und wir den Hafen verlassen, denn wir wollen nicht wirkilch noch eine Nacht in Lembar
verbringen. Die See ist zwar ziemlich rauh, aber alle, selbst die, die leicht seekrank werden, sind guter
Dinge und froh, dass wir auf dem Boot in Richtung Bali sind. Doch nach gut ein bis zwei Stunden Fahrt kommt
erneut Unruhe auf, da das Boot anfaengt den Kurs zu aendern und nach wenigen Minuten ist klar, dass wir gedreht
haben und in den Hafen von Lombok zurueckfahren. Diskussionen entfachen und Unmut kommt auf, doch es hilft
sich alles nichts, wir muessen wieder von Bord und befinden uns erneut in Lembar. Wir haben erstmal die Schnauze
voll und sehen auch keinen Sinn darin, noch laenger im Hafen zu warten. Die Schweizer sehen das genauso und so
beschliessen wir an den naechsten Strand zu fahren, um dort das Wochenende zu verbringen. Am Montag sieht
dann die Welt hoffentlich wieder anders aus und es sollte uns noch reichen, um rechtzeitig am Mittwoch in
Bali am Flughafen zu sein. Zu unserem Erstaunen erhalten wir noch das Geld fuer die Tickets zurueck, bevor
wir uns auf den Weg nach Kuta Lombok machen.
In Kuta Lombok machen wir uns zwei schoene Tage und geniessen die Zeit dort, auch wenn es urspruenglich nicht
so geplant war. Zum Abendessen gehen wir in ein gemuetliches Restaurant am Strand. Die Stereoanlage besteht
zwar fast nur aus den elektronischen Bauteilen, aber laeuft einwandfrei ! (zu unserem Leidwesen, denn es gibt
nur eine CD, die wir uns den ganzen Abend anhoeren muessen :)) Doch auch in Kota Lombok bleiben wir vom Feilschen
nicht verschont und werden zwei Tage von den Fahrern vor Ort belagert und bekommen die wildesten Geschichten
erzaehlt. Letztendlich bleibt nur ein Fahrer uebrig, der Kontakt mit uns sucht und sich offensichtlich des
Geschaeftes mit uns sicher ist. Wir haben den starken Verdacht, dass es sich um ein abgekartetes Spiel handelt
und wollen nicht mit von der Partie sein. Wir beschliessen deshalb lieber den Bus vom Hotel zu nehmen, obwohl
er etwas teurer ist. Am naechsten Morgen, wir sitzen noch beim Fruehstueck, kommt er mit einem siegessicheren
Grinsen in unser Hotel und ist baff erstaunt, als wir nicht in seinen Wagen steigen, sondern mit dem Bus
davonfahren. Damit hatte er wohl nicht gerechnet, denn das Grinsen vergeht ihm ziemlich schnell.
Unser Weg
fuehrt uns vorbei an einigen kleinen Maerkten bis wir schliesslich in die uns inzwischen gut vertraute Strasse
von Lembar einbiegen. Diesmal verlaeuft zum Glueck alles wie am Schnuerchen. Fast schon etwas unheimlich. Am
Schalter kaufen wir problemlos Tickets, laufen zum Tor und koennen sofort an Bord. Die Faehre legt nur wenige
Minuten spaeter ab und der Wellengang scheint sich in den letzten beiden Tage merklich gelegt zu haben. Nach
gut 4 - 5 Stunden Fahrt, die wir im Freien neben der Bruecke verbringen duerfen, wird die Kueste von Bali
sichtbar. Ein Stein faellt uns von Herzen ! Allerdings muessen wir weiterhin geduldig sein, denn es dauert
ca. noch 2 Stunden, bis wir in den Hafen einfahren duerfen. Es gibt nur eine einzige Anlegestelle und die
Faehren "schwimmen" bereits Schlange. Schliesslich ist unser Boot an der Reihe und die Odyssee hat ein Ende.
Kaum festen Boden unter den Fuessen werden wir bereits von Taxifahrern und Co. umringt. Ein westlicher Mann
kommt in seinem eigenen Auto von der Faehre gefahren und haelt neben uns an. Hilfsbereits fragt er, ob er uns
mitnehmen kann. Wir nehmen das Angebot natuerlich gerne wahr und Geschrei bricht los. Waehrend wir unsere
Sachen im Kofferraum verladen, wird wild mit den Haenden gedroht und laut geschimpft. Der Mann laesst sich
davon gar nicht beeindrucken und spricht ebenfalls ein paar harsche Worte, wir steigen ein und fahren los.
Es stellt sich heraus, dass er Italiener ist und seit ueber 20 Jahren in Indonesien lebt. In dieser langen
Zeit hat er offensichtlich weder sein Temperament noch seinen Fahrstil verlernt :)
Heute haben wir wohl gleich zweimal den Taxifahrern das Geschaeft verdorben, aber wir sind nach der langen
und anstrengenden Reise abends so muede, dass wir trotzdem gut einschlafen koennen. Wir verbringen noch einen
Tag in Sanur und erleben am Nachmittag einen heftigen Wolkenbruch. Wir befinden uns zu der Zeit zum Glueck
im Internet, so dass wir nicht nass werden. Am naechsten Tag fahren wir mit dem Bus nach Kota Beach und
verbringen dort unseren letzten Abend auf Bali. Bereits am naechsten Morgen frueh geht es schon wieder
zum Flughafen und die "Eingewoehnungsphase" fuer Asien geht zu Ende. Durch unsere Odyssee haben wir leider
etwas Zeit verloren und haben von Bali nicht so viel gesehen, wie eigentlich vorgehabt, aber es hat fuer
einen ersten Eindruck gelangt und neue Ideen geweckt. Nun sind wir aber gespannt, was Singapur zu bieten hat ...
Selamat tinggal, Bali
Susi und Juergen
23.03.2007 / 20.04.2007 / 21.04.2007